slogan_bot-b
Leiste-H-01
IBC-Wahl-Logo-16-10cklein

___________________________________________________________

 

 

Wahrheit, Auslassung und Umdeutung

 

Mainstream

 

UnabhĂ€ngig und ĂŒberparteilich?

 

HFB-19-03-01

___________________________________________________________

 

Presse lebt von Glimmer der Zeit. Alles andere lĂ€sst sich nur schlechter „verkaufen“. Mit Berichterstattungen, die sie sich leisten dĂŒrfen. Anders verhĂ€lt es sich bei einflussreichen ProvinzfĂŒrsten und deren Erbgefolge. Diese können dreimal gegen die Wand laufen und berichtet wird stets von ihrer Herrlichkeit und nicht von ihrer dicken Beule am Kopf. Wirklich kritische Kommentare hierzu sucht man vergeblich. Das hat einen guten Grund. Schließlich mĂŒssen sich Presseorgane in erster Linie streng wirtschaftlich orientieren. Besonders in Zeiten des Zeitungssterbens und der zunehmend schlechteren Bezahlung von Journalisten. Gegen die eigenen Förderer zu arbeiten, wĂ€re kontraproduktiv. Also: Von wegen „UnabhĂ€ngig und ĂŒberparteilich“!

 

 

Scheinbar ist es den Verantwortlichen egal, ob die Wahrheit, die Sachlichkeit, auf der Strecke bleibt. Und das in immer mehr Medien. Sowohl in ĂŒberregionalen als auch lokalen. Auch rein wissenschaftliche Themen mĂŒssen sich den neuen Geboten beugen. Wer das verstehen will, der braucht nicht lange zu suchen. Musterbeispiele gibt es zur GenĂŒge! Z.B. beim Handling zum Thema „Was haben Flugzeuge und WindrĂ€der gemeinsam?“. Ein Paradebeispiel fĂŒr eine in puncto Sachlichkeit enorm verbogene und von Unkenntnis geprĂ€gte Berichterstattung. In ihrer Art und Weise auf Kerngebiete wie Politik oder Wirtschaft ĂŒbertragbar. Erschienen in der Nordwest-Zeitung am 2. Februar 2019:

NWZ, 2.02.2019

NWZ-FLUX-Antrieb-Flugzeuge-Windraeder-19-01c

Wenn die Überschrift der NWZ-Lehrstunde ernst gemeint ist, sollte es doch in erster Linie um Antriebe gehen. Somit wĂ€re festzustellen, dass Flugzeuge Motoren haben. Diese treiben Propeller an und die erzeugen eine Luftströmung, die die Flugzeuge nach vorne bewegen. Wenn das jeweils angetriebene Flugzeug schnell genug ist, liegt eine ausreichend schnelle Luftströmung. Nur diese erzeugt den nötigen Auftrieb. Durch Unterdruck an den oberen FlĂŒgelprofilen.

FlugzeugflĂŒgel sind in der Regel nicht beweglich. Sie besitzen Steuer- und Landeklappen, die anliegende Luftströmungen umlenken können. Aber nur dann, wenn sie ausgefahren oder bewegt werden. Hierdurch werden Flugzeuge nicht nur steuerbar, sondern auch langsamer. Oft so unachtsam langsam, dass sie abstĂŒrzen.

WindrĂ€der besitzen einen Rotor. Die werden vom Wind, also von der Luftströmung, angetrieben. Ein Aufrieb kommt nicht zustande. Da Auftrieb eine nach oben gerichtete Kraft ist, mĂŒsste nach der fluxschen Sondertheorie jedes Windrad angebunden werden, damit es nicht vom Boden abhebt. Die tief ins Erdreich eingelassenen Betonsockel, auf denen die WindrĂ€der stehen, haben aber eine andere Funktion.

Was haben als Flugzeuge und WindrÀder augenscheinlich also gemeinsam?

Gemeinsam haben sie Luftschrauben, die aus FlĂŒgelblĂ€ttern bestehen. Diese fĂŒgen sich zum einen zu Propellern der Flugzeuge, zum anderen zu Rotoren der WindrĂ€der zusammen. Flugzeugpropeller und Rotoren können aus zwei oder mehreren FlĂŒgelblĂ€ttern bestehen.

Die Luftschrauben, ob Propeller und Rotoren, erzeugen im genannten Zusammenhang keinen Auftrieb. Es sei denn, es handelt sich um Hubschrauber. WindrĂ€der erzeugen mit ihren vertikal angebrachten Rotoren niemals Auftrieb. Auch deshalb nicht, weil sie von der Windströmung angetrieben werden. Rotoren drehen sich im Wind, weil die FlĂŒgelblĂ€tter eine besondere Form haben. Im hinteren Bereich erzeugen sie einen verstĂ€rkenden Unterdruck, weil sie vom abgelenkten Überdruck des strömenden Windes angetrieben werden.

Will man Flugzeuge und WindrĂ€der nach dem aerodynamischen Funktionsprinzip „Unterdruck“ miteinander vergleichen, so sind vereinfacht folgende Aussagen zu treffen: 

  1. Ein in der Luft fliegendes Flugzeug wird vom Luftsog oberhalb seiner starren FlĂŒgel in der Luft gehalten

  2. Der drehende Rotor eines Windrades wird durch den Luftsog hinter den FlĂŒgelblĂ€ttern noch krĂ€ftiger, evtl. sogar schneller, angetrieben.

Kann es also sein, dass Flux mit seinen Vergleichen völlig daneben liegt? Wird hier etwa die Bildungshoheit geostrategisch neu formiert? Wird nun eine neue Sachlichkeit favorisiert, die ihresgleichen sucht? Aber, wozu das alles?

Wenn das so zutrifft, die letzte Frage aber ausgeblendet bleibt, so, kann man nur froh sein, dass es die Schule mit ihrem naturwissenschaftlichen Unterricht noch gibt. Die kann das Verbogene wieder gerade biegen. Im Nachgang. Mit pĂ€dagogischen Höchstleistungen in den MINT-FĂ€chern. Als Reparaturbetrieb des proklamierten Alltags, der doch ganz anders aussieht, als ihn die FĂŒrsten der Deutungshoheit, oft auch hinsichtlich moralischer AnsprĂŒche, gerne sehen wĂŒrden.

Und wenn es sich bei den einen oder anderen Presseberichten in Politik, Wirtschaft, Kultur oder Recht genauso unsachlich verhĂ€lt wie beim vorliegenden Vergleich zwischen Flugzeugen und WindrĂ€dern, wĂ€re das Verbogene nicht ganz so einfach zu korrigieren. Denn so etwas wĂŒrde Schule ĂŒberfordern. Erwachse sind darauf angewiesen, dass sie sachlich informiert werden. Denn sie gehen i.d.R. nicht mehr zur Schule. Der „Durchschnittsleser“ ist darauf angewiesen, das zu glauben, was als angeblich „neue Wahrheit“ verbreitet wird.

Und wenn anstelle der Wahrheit nur noch die „neue Wahrheit“ gilt, ist die Mehrheit im Einklang mit sich. Am Ende zĂ€hlt die Demokratie des Mainstreams. Der Geist der AufklĂ€rung ist beiseitegeschoben. Wenn dann Zweifler, nur weil sie zweifeln, nicht mehr zur Mehrheit gezĂ€hlt werden, dann mĂŒssen sie sogleich als Verschwörungstheoretiker, Kommunisten, Diktatoren, Spinner, Idioten oder Ă€hnliches abgestempelt werden. Gleichzeitig ertönt das lautstarke Mantra von Integration und Inklusion. Von diesen Schubladen gibt es immer mehr. Sie sind dem Mainstream bequem und ĂŒberzeugend zugleich. Zuletzt dienen sie der Etablierung der Unbildung, die unwidersprochen bleibt und sich zunehmend entfaltet.

Und wenn sich Mainstream weiterhin durch Nachplapperei unkritisch ausgebreitet, wobei sich eine Art Unbildungskultur breit macht, dann kann es am Ende nicht mehr um Demokratie gehen. Sie wird allmĂ€hlich das Stadium der Auflösung erreichen. Im Graubereich zwischen Wahrheit, Auslassung und Umdeutung! Besonders dann, wenn immer und immer wieder etwas anderes behauptet wird. Erinnert sei an George Orwells Roman »1984«, der 1948 erschienen ist. Hier werden die dĂŒsteren Visionen eines unreflektierten „Mainstreams“ geschildert, der die Grundlage eines totalitĂ€ren Überwachungsstaats darstellt. "Und wenn alle anderen die (…) LĂŒge glaubten - wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten.-., dann ging die LĂŒge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit“ (vgl. George Orwells, 1984.).

Zwar sind wir nicht so weit, aber auf geradlinigem Weg dorthin. Auf den Gebieten Politik, Wirtschaft und Wissenschaft! Alle UmstÀnde zusammen lassen nichts Gutes erahnen. Dabei sollte Demokratie auf den SÀulen von Besonnenheit, Toleranz, Sachlichkeit und Ausgewogenheit beruhen. Doch wo werden die noch gepflegt, wo sind die nur geblieben?

__________________________________________________

 

 

 

_