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Putin b├Âse, Erdogan gut

Politische Schwarz-Wei├č-Manier in der Bildungsrepublik Deutschland.

HFB- 17-01-06

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In ihrer ÔÇ×Kolumne: Klartext“ (05. Jan. 2017) trifft Angelika Hauke den Nagel auf den Kopf. Sie enttarnt das politische Geschw├Ątz vieler Politiker. Erdogan b├Âse, wenn es um Investitionen der EWE in der T├╝rkei geht. Erdogan gut, wenn es um die deutsche Fl├╝chtlingspolitik geht. Putin b├Âse, wenn es um die Annektion der Krim geht. Putin (ausgeblendet) gut, wenn es um das warme Zuhause in Deutschland geht. Der Syrische Staatspr├Ąsident Baschar Hafiz al-Assad l├Ąsst Zivilisten in Aleppo bombardieren, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel macht in Afghanistan so etwas nat├╝rlich nicht. Daf├╝r muss der Name Oberst Klein, der inzwischen zum General bef├Ârdert wurde, herhalten. Diese Art von Gegen├╝berstellungen l├Ąsst sich beliebig fortsetzen. Sowohl f├╝r die lokalpolitische Ebene, als auch f├╝r die Berichterstattung ├╝ber eben diese Wertungen in Schwarz-Wei├č-Manier in der Bildungsrepublik Deutschland.

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Es ist schon erstaunlich, dass viele Politiker, aber auch Journalisten, ├╝ber strategische Zusammenh├Ąnge ├╝berhaupt nichts verstanden haben. Das gilt f├╝r viele, aber nicht f├╝r alle. Es gibt noch immer vorbildliche Politiker und Journalisten. Dennoch tr├Âten viel zu viele in das Horn, welches ihnen von ÔÇ×Oben“, vom Mainstream, vorgegebenen wird. Hierf├╝r steht das Recht auf Meinungsfreiheit. Dass diese durch fehlende Kompetenz arg strapaziert wird und damit Gefahr l├Ąuft, fr├╝her oder sp├Ąter eingestampft zu werden, interessiert die Lautstarken nicht. Auch erkennen sie eine solche Gefahr gar nicht erst.

Politische Strategie, vor allem die Geostrategie, hat inzwischen nichts mehr mit Demokratie, Menschenrechten oder Moral zu tun. Wenn sie es jemals hatte! Mittlerweile ist sie der Beliebigkeit ausgeliefert. Die Beliebigkeit bleibt gr├Â├čtenteils nur deshalb unentdeckt, weil nichts mehr hinterfragt wird. Es ist eine ma├člose und postfaktische Lautst├Ąrke angesagt, worunter vor allem die Politik leidet.

Lokalpolitiker Olivier, der sich ├Âffentlich gegen politische Transparenz und Diskussionen ausgesprochen hatte, steht als aktuellstes Beispiel f├╝r dieses Gebaren, gefolgt von Landespolitikern, die z. B. die Polizei f├╝r Eins├Ątze in der Silvesternacht kritisieren, ohne zu bedenken, dass Polizei nur aufgrund politischer Weisungen handeln darf. Zu erw├Ąhnen sind z.B. auch Die Gr├╝nen, f├╝r die Nebenabsprachen in Hinterzimmern nach eigenen Angaben nichts Verwerfliches darstellen.

Vladimir Putin (Russland) b├Âse, Abd al-Fattah as-Sisi (├ägypten) gut, Saddam Hussein (Irak) b├Âse, Salman Abd al-Aziz (Saudi Arabien) gut, Kim Jong-un (Nordkorea) b├Âse …!  So lautet die geostrategische Litanei, mit der die B├╝rger an der Nase herumgef├╝hrt werden. Am Ende durch die Politik, der Unbildung, selbst.

Und es wird immer schlimmer und damit immer gef├Ąhrlicher: Vor der russischen Grenz bringt sich gegenw├Ąrtig die Nato in Stellung. Mehr als 2.000 amerikanische Panzer werden ├╝ber Bremerhaven dorthin transportiert. F├╝r die Russen kann das nur eine geostrategische Herausforderung sein. Eine Provokation, von der sich auch die USA betroffen f├╝hlten, wenn es vor ihrer eigenen Haust├╝re passieren w├╝rde. Die Kubakrise 1962 ist der Beweis daf├╝r.

Damals stand die Menschheit kurz vor einem Atomkrieg. Die aktuelle Gefahr eines Krieges oder Atomschlages wird aber systematische von Politik und Presse ausgeblendet. Das erf├╝llt viele Bundesb├╝rger mit Sorge. Im konkreten Fall w├Ąre n├Ąmlich Europa betroffen. Vielen ist gar nicht klar, dass binnen Minuten alles anders sein wird. Auf eine spekulative Detailbeschreibung soll an dieser Stelle verzichtet werden. Aber eins ist sicher: Der 3. Weltkriege wird die Schlacht um Aleppo um L├Ąngen ├╝bertreffen.

Im September 2017 finden die Bundestagswahlen statt. Hierzu gibt es eine gro├če Anzahl von Kandidaten, die neu oder wiederholt f├╝r das Amt eines Bundestagsabgeordneten kandidieren. Die B├╝rger haben die M├Âglichkeit, sich mit ihren Programmen auseinanderzusetzen. Im Vorfeld ist allerdings schon klar, wie wenig diese Kandidaten zu bieten haben. Manche Bewerber verwechseln ihre Kandidatur mit der eines Kreistagsmandats, wobei die delegierten Parteimitglieder auch nichts weiter einfordern. Aus der lokalen Berichterstattung kann nichts anderes geschlussfolgert werden. Dass auf diese Weise mal wieder den Lobbyisten T├╝r und Tor ge├Âffnet wird, einzig und allein ihre Partikularinteressen durchzusetzen, ist eine Schande f├╝r die Demokratie. Eigentlich sollte doch alle Macht vom Volke ausgehen. Fake?

Demokratie wird mit F├╝├čen getreten. Lautstark von den Politikern selbst. Das erfahren immer mehr entt├Ąuschte Menschen in der Republik. Also braucht es keinen zu wundern, dass die Zweifelnden h├Ąnderingend nach Alternativen suchen. Dass sich die Parteien unverbesserlich vor Selbstkritik sch├╝tzen und sich inzwischen f├╝r immun halten, d├╝rfte letztendlich durch Haukes Kommentar bewiesen sein.

Die Folgen dieser Arroganz sind un├╝bersehbar. Die Menschen zeigen sich unzufrieden mit dem, was ihnen die Politik, aber auch die Presse, als lupenreine Demokratie verkaufen will. Christliche und soziale Werte sind schon lange ausgehebelt. Wer das immer noch nicht kapiert, hat bereits schon jetzt verloren. Das sind vor allem die etablierten Parteien, die durch immer mehr lautstarke, aber immer weniger geistreiche, Politiker vertreten werden.  Das hat Frau Hauke an dem Fallbeispiel EWE gut illustriert.

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Quelle: MT vom 4.01.2017