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Die Welt hat sich verÀndert

 

Ein Kommentar zum Brexit

HFB-16-06-24

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Das Vereinigte Königreich hat abgestimmt. FĂŒr den Austritt stimmten gestern 52 Prozent der WĂ€hler und 48 Prozent dagegen. Ein Desaster fĂŒr die EuropĂ€ische Union, wie es hier in Deutschland vorwiegend durch die Medien geht oder eine Chance fĂŒr die, die den Austritt befĂŒrworten?  Die Antwort ist einfach: Weder noch! Das Abstimmungsergebnis war egal. Allein die Abstimmung ĂŒber den  Brexit, dem Austritt des Vereinigten Königreichs, hat die katastrophale Stimmung der gesamten EuropĂ€ischen Union auf den Punkt gebracht. Schon lange war klar: Nichts geht mehr. Das hat vor allem die Krise in Griechenland gezeigt.

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Die Welt hat sich verĂ€ndert: 1971 war der BĂŒrger nĂ€her an der Politik. Bei einem Besuch in London traf ich den Britischen Premierminister Edward Heath direkt vor seinem Regierungssitz.  Leider gab es zu der Zeit noch keine Smartphones, sonst hĂ€tten wir ein Selfie + Friend machen können. Er wĂ€re dazu bereit gewesen! Heute dagegen wird es den Touristen verwehrt, die Downing Street No. 10 ĂŒberhaupt zu betreten. Das ist ein Symbol dafĂŒr, dass sich Politik in vielen LĂ€ndern dieser Erde weit vom Volk entfernt hat! Der BREXIT ist also ein Zeichen fĂŒr eine Vertrauenskrise in die Politik. Damit sollte sofort Schluss sein, wenn man endlich bereit wĂ€re, darĂŒber nachzudenken und letztendlich zu handeln! Es ist fĂŒnf vor Zwölf, wie das Abstimmungsergebnis im United Kingdom nun zeigt!

Aber auch LĂ€nder wie Portugal, Spanien oder Irland sind der Finanzkrise noch nicht entronnen, die 2008 zugeschlagen hat, obwohl dem Wunschdenken TĂŒr und Tor geöffnet wurde. Selbst der Euro ist als WĂ€hrungssystem (nicht nur als Bezahlmittel) in die Krise geraten und steht schon lange vor dem Absturz, wenn nicht Kunstgriffe zur Geldwertstabilisierung einiges aufgefangen hĂ€tten. Mit dem Austritt des Vereinigten Königsreichs wird nur deutlich, welcher Scherbenhaufen schon seit Jahren vorliegt. Dass er immer wieder schöngeredet wurde, hat letztendlich nicht geholfen. Nun endlich sind die EuropĂ€er gezwungen, nicht nur schöne Worte  ĂŒber die EuropĂ€ische Union zu verlieren, sondern ĂŒber ihren Verbund nachzudenken und zu handeln.

Die Welt hat sich verĂ€ndert.  Bei meinen ersten Besuchen in England konnte ich die Diskussion um den Beitritt zur EWG live miterleben. Bereits  als SchĂŒler habe ich des Öfteren auf einer Farm in den Yorkshire Dales mitgeholfen. Neben der Sprache konnte ich viele Nachbarn meiner Verwandten kennengelernen.  Aktuelles Diskussionsthema war nicht selten der geplante Beitritt zu EWG (Common Market). Ich habe heute noch die Worte im GedĂ€chtnis, die grĂ¶ĂŸte Skepsis verlauten ließen. SpĂ€ter erfolgte der Beitritt. Eine Volksabstimmung hatte nicht stattgefunden. Doch viele der Britischen StaatsbĂŒrger sollten ĂŒber 40 Jahre ihre Faust in der Tasche geballt halten. Sie ahnten nie etwas Gutes.

Am Ende, mehr als 40 Jahre danach, sollten die Skeptiker Recht behalten. Gestern, am 23. Juni 2016, kĂŒndigten die BĂŒrger des United Kingdom ihre Mitgliedschaft in der EuropĂ€ischen Union. Das Land ist tief gespalten. 48 Prozent Verlierer ist kein Pappenstil. Schotten (Scotland) und Walliser haben Mehrheitlich fĂŒr den Verbleib gestimmt. Sie, die jetzigen Verlierer, werden weitere Volksentscheide anstreben, um Gewinner zu werden. Ihr Ziel ist die Loslösung von England . Die Stimmung hierzu ist positiv. Somit bahnen sich weitere Desaster an. Der Zerfall des United Kingdom ist vorprogrammiert. Nicht nur das: Die Niederlande und Frankreich planen ebenfalls einen Volksentscheid ĂŒber den Verbleib in der EuropĂ€ischen Union. Griechenland wird folgen, wenn es kann. Und Deutschland? WĂŒrde hier ein Votum stattfinden, wĂ€re der DEXIT beschlossene Sache!

In Spanien, Portugal und Irland gibt es KrĂ€fte, die die Abspaltung vorantreiben. Ungarn und Polen stehen auf der Kippe. Die Nationalisten sind ebenfalls keine Freunde der Union. Nicht zu vergessen: Die Schweiz erhebt seit Kurzem keinen Anspruch auf die Mitgliedschaft in der EuropĂ€ischen Union mehr. Wie lange wird es die TĂŒrkei noch tun, die man in der EuropĂ€ischen Union eigentlich nicht will? Sie gilt ausschließlich als geostrategischer Partner, in der die NATO die wichtige MilitĂ€rbasis Incirlik Air Base betreibt. WĂ€ren doch nun die Außengrenzen zu Syrien und Irak durch die Union selbst zu sichern.

Wirtschaftlich ist der BREXIT nicht das Desaster an sich. Auch wenn die Börsen (DAX) wackeln, werden sich Verlierer und Gewinner die Wage halten. Im Haus des Nullsummenspiels gilt immer: Auf der einen Seite gibt es den Verlierer, auf der anderen den Gewinner. DarĂŒber hinaus ist die britische Wirtschaft kein SchwĂ€chling. Sie, die sich von der Realwirtschaft grĂ¶ĂŸtenteils abgesetzt hat, wird mit dem Schwerpunkt der Finanzwirtschaft bestehen. Und das auch besser ohne die EU. Wer den EU Austritt bedauert, vergißt, dass im Zweifelsfalle stets bilaterale VertrĂ€ge möglich sind.

Die Abstimmung ĂŒber den Brexit zeigt, dass vieles versĂ€umt wurde. Es wird höchste Zeit, ein ResĂŒmee zu ziehen und zu handeln! Was zĂ€hlt ist Vertrauen, nicht Hast oder GrĂ¶ĂŸenwahnsinn!

 

In den folgenden Tagen werde ich weitere Meinungen zum BREXIT einholen!

 

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