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Viel meinen und wenig wissen

 

Bekenntnisschule

im Fokus der Kreuzritter

 

Parteien bringen sich in Stellung

 

HFB-20-12-05

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Seit Tagen geistert das Thema ÔÇ×Pfingstlerschule“ durch die Presse. Sekundiert von Kreuzrittern, die mit ihren ├ťberheblichkeiten eines streng katholisch gepr├Ągten Cloppenburgs nicht sparen. Mit gut geschmierten Methoden. Die freikirchliche Gemeinde Cloppenburg w├╝nscht die Errichtung einer eigenen Freien Christlichen Bekenntnisschule, die sie selbst finanzieren wird. Hierzu m├╝ssen baurechtliche Voraussetzungen erf├╝llt werden, ├╝ber die die Cloppenburger Politik zu entscheiden hat. Ein erster Antrag der Gemeinde wurde im Jahr 2017 abgeschmettert. Eine ├Âffentliche Diskussion war nicht gewollt. Schon gar nicht in der damaligen Ratssitzung. Offenbar mit den Stimmen der CDU (01), die sich neuerdings geschlossen f├╝r die Bekenntnisschule starkmacht.

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Mehr Offenheit, mehr Vielfalt! Ein Meinungsbild aus dem benachbarten Vechta und doch so weit entfernt. Bildungslandschaften k├Ânnen mehr Abwechslung vertragen. Richtig! In der Cloppenburger Politik aber gelten andere Ma├čst├Ąbe. Man gibt sich zwar offen und betont die Vielfalt. Doch das Gegenteil ist der Fall auf dem verminten Gebiet der penetranten Intoleranz! Der ÔÇ×schwarze Peter“ wird anderen zugeschrieben. Verkehrte Welt oder ÔÇ×Echt Cloppenburg“? (02)

Bei der neuerlichen Diskussion ├╝ber das F├╝r und Wider zeigt sich die Cloppenburger Politik nicht von ihrer besten Seite. Ob Ablehnung oder Zustimmung: Hierbei geht es nicht um Wohltaten oder Wahrheiten: Es geht vielmehr um eine strategische Schlammschlacht, die in den tiefsten Niederungen ausgetragen wird. Angeheizt durch den triebhaften Hass auf Andersdenkende. Oft ohne Kenntnisse ├╝ber das Funktionieren des demokratischen Rechtsstaats. Vom Verst├Ąndnis ├╝ber die ÔÇ×Diversit├Ąt“ des allgemeinbildenden Schulsystems ganz zu schweigen. Und besonders dort, wo sich die ├╝berhebliche Meinung am wohlsten f├╝hlt, muss Wissen ├╝ber die elementarsten Werte einer demokratischen Gesellschaftsform weichen! Es ist Wahlkampf! 

Um es zu Anfang deutlich zu sagen: In der freikirchlichen Gemeinde wird nicht nur gebetet, sondern auch gehandelt. Demnach wurde ein Antrag gestellt, um letztendlich eine Freie Christliche Bekenntnisschule bauen zu k├Ânnen. Auch wenn die CDU nun Unterst├╝tzung zusichert, ist der Bau der Schule nicht gesichert. So bleibt die Antragsteller weiterhin der politische Spielball im Kampf um Macht und Ansehen ohne je ausreichende Planungssicherheit zu haben. Noch hat die m├Ąchtige Gruppe der Pfingstler ihr politisches Potenzial nicht ausgespielt. Das w├Ąre genau dann der Fall, wenn sie ihre eigene politische Partei ins Leben ruft. Sie k├Ânnte also in der kommenden Wahlperiode mitmischen und die Cloppenburger Politik einflussreich mitbestimmen. Dann h├Ątte die CDU schlechte Karten. Ihre Mehrheit w├Ąre endg├╝ltig futsch. Um genau diese politische Niederlage zu vermeiden, ist strategische Anbiederung mit all ihren ÔÇ×prominenten“ Stimmen angesagt.

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(03)

Der CDU geht es um Macht und Einfluss, die sie nach Jahrzehnten Cloppenburger Monotonie nicht verlieren m├Âchte. Hierzu braucht sie m├Ąchtig viele Stimmen. Mit ihrer lautstarken Anbiederung auf allen Kan├Ąlen verk├╝ndigt sie, die W├╝nsche der freikirchlichen Gemeinde erf├╝llen zu wollen. Das aber nur unter der Voraussetzung, dass ihr, der CDU, im Vorfeld der Kommunalwahl 2021 eine satte Mehrheit im Rat der Stadt Cloppenburg garantiert werde. Wom├Âglich –so das verhohlene Ziel des F├╝rsprechs- soll eine verheerende Niederlage a la ÔÇ×Witali Bastian 2.0“ (04) in Cloppenburg vermieden werden. Mit allen Mitteln!

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Richtig: Wir leben in einem Rechtsstaat. Das verk├╝ndet Ratskollege K├╝hn in seiner Doppelfunktion als Ratsmitglied und Journalist der Oldenburgischen Volkszeitung. Warum st├Ârt ihn eigentlich “am meisten”, dass wir in einem Rechtsstaat leben? Soll hier etwa deutlich gemacht werden, dass der Rechtsstaat st├Ârt, wenn er mit den eigenen Ansichten der CDU-Fraktion nicht ├╝bereinstimmt? Also dann, wenn freikirchliche Christen ihre eigene Schule gr├╝nden wollen? Und nun soll gepeinigt durch Rechtstaatlichkeit die Zustimmung erfolgen? Welch┬┤ ein Debakel f├╝r die Cloppenburg CDU-Fraktion, die so ein Sprachrohr hat! (05)

Das polit-strategische Spiel ist er├Âffnet! Die verklausulierte Bedingung f├╝r den Bau der Freien Christlichen Bekenntnisschule hei├čt also: Alle Freikirchler m├╝ssen die CDU w├Ąhlen, sonst …! Und frei nach Goethes Erlk├Ânig s├Ąuselt es aus den Hinterzimmern: ÔÇ×Und bist du nicht willig, so brauch┬┤ ich Gewalt.“ Eine gut geschmierte Methode, mit der sich Cloppenburger B├╝rger und Funktionstr├Ąger ÔÇ×bei Bedarf“ konfrontiert sehen. Wom├Âglich mit nachhaltigem Erfolg, der politischen Widerstand kalt stellt und so manches erkl├Ąren k├Ânnte.

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Es wurde mit Nachteilen gedroht, falls Alfons L├╝cking (UWG) nicht klein beigeben sollte. Nur wer die politischen F├Ąden in der Hand h├Ąlt, kann auf diese Weise drohen. Eine Methode, die an Aktualit├Ąt vermutlich nichts eingeb├╝├čt hat. Liegt es nicht nahe, dass den Pfingstlern bereits klar gemacht wurde, ohne Unterst├╝tzung der CDU niemals eine Genehmigung zum Bau einer Schule zu bekommen? Denn diese w├Ąre nur mit Hilfe der Mehrheitsfraktion m├Âglich. Eine nicht auszuschlie├čende Methode, die sich auf alle m├Âglichen Sachgebiete ausdehnen l├Ąsst, um personelles Engagement gegen Interessen einer politischen Mehrheit kalt zu stellen. Der Phantasie sind laut Fachliteratur keine Grenzen gesetzt! (06)

Nun ist die freikirchliche Gemeinde in genau diesen Fokus ger├╝ckt. Als politischer Spielball der CDU. Sollte sie hierbei mitmachen, dann bliebe ihr nur noch das Beten ohne Garantie auf Erfolg. Sie lie├če der erzwungenen Passivit├Ąt den freien Lauf. Eine Befreiung aus dieser Konformit├Ąts-Falle w├Ąre sobald nicht m├Âglich. ÔÇ×Rien ne va plus“! Falls die spitzfindige ├ťbernahme dann doch nicht klappen sollte, w├Ąre die CDU aufgeschmissen. Nach Jahrzehnten an der Macht k├Ânnte sie nach der Kommunalwahl 2021 tief in denjenigen Abgrund schauen, in den sie auf Kurz oder Lang hinunterst├╝rzen wird. Danach muss sie sich andere politische, vielleicht auch merkw├╝rdige, Freunde suchen! Die Panik kann nicht offensichtlicher sein.

Nicht zuf├Ąllig ist auch der CDU-B├╝rgermeisterkandidat Varnhorn ins Rampenlicht der ├ľffentlichkeit getreten. Er gibt sich aus als ÔÇ×souver├Ąner Vermittler“ mit besonders ÔÇ×schlankem Fu├č“ auf! (07) Was denn auch sonst! Das aber wirkt wenig ├╝berzeugend. Schlie├člich ist seiner Partei verpflichtet und wird nicht einfach auf dem Weg ins Rathaus ausscheren d├╝rfen, der von der CDU-Programmdirektion vorbestimmt ist. Das Schauspiel nimmt seinen Lauf. Wie nicht anders zu erwarten, ist das Drehbuch abgesprochen.

Die Schauspieltruppe CDU hat ihren B├╝rgermeisterkandidaten. Bei der SPD, der zweitst├Ąrksten Fraktion im Rat, ist das nicht so. Das ist bitter! Noch immer sind die Sozialdemokraten auf der Suche. Hierbei ist jedes noch so lapidare Tagesthema willkommen, um mit medialem Pomp davon abzulenken, dass sie personell nichts vorzuweisen haben. Angef├╝hrt von einem Polit-Clown, der seinen letzten Auftritt am 21. September 2020 in Stadtratssitzung hatte. Mit dem Markenzeichen der roten Pappnase. Zur Ver├Ąrgerung des Fraktionsvorsitzenden der CDU, der seinerzeit die ÔÇ×W├╝rde des hohen Hauses“ in Gefahr sah! Einen Bericht der Lokalpresse ├╝ber das ungeb├╝hrliche Auftreten gab es bisher nicht.

Somit kann es keinen geben, der sich als B├╝rgermeisterkandidat leichtsinnig in die H├Ąnde der SPD begibt. Da ist zum einen das neue Markenzeichen der Clownerie. Das w├Ąre austauschbar. Zum anderen haben sich die Sozialdemokraten ein neues Aush├Ąngeschild in Form einer ÔÇ×antifaschistischen Bewegung“ gegeben. Das mussten Cloppenburger Demonstranten, ├Âffentlich gebrandmarkt als Sympathisanten der freikirchlichen Bewegung, auf dem Vorplatz der Roten Schule erfahren. Ob zu Recht oder nicht: Die SPD hatte sich mit  ihrer-Aktion derbe verzettelt. Einen SPD-B├╝rgermeisterkandidaten, der nun auch eine Cloppenburger AntiFa (08) bedienen m├╝sste, wird und kann es nach dieser Gegendemonstration nicht mehr geben. Er w├Ąre zum Scheitern verurteilt. So dumm kann keiner sein. Und wenn die Genossen noch an einen eigenen Kandidaten glauben w├╝rden, h├Ątten sie eine Positionierung von diesem und nicht von jenem aus CDU eingefordert. (09) Entgegen dem stets verk├╝ndeten Erfolgs-Versprechen hat nun die bittere Realit├Ąt Einzug gehalten in den klinisch toten K├Âpfen der Cloppenburger Sozialdemokraten.

Das Separationsbestreben schreitet voran. Zwischen Erfolg und Misserfolg Hin zur ├ťbergewichtigkeit des letzteren. Der ist nicht mehr zu stoppen. Die Hoffnung, ÔÇ×neues Leben eingehaucht“ zu bekommen ist dahin. Das ist die harte Konsequenz aus der Aktion der sozialdemokratischen AntiFA-Aktion. Der Zug ist abgefahren und es scheint so gut wie sicher, dass sich der Vorsitzende der SPD-Fraktion, H├Âffmann, selbst als B├╝rgermeisterkandidat ins Spiel bringen muss! Doch der Wille fehlt. Es scheint sich ein Desaster wie vor vier Jahren anzubahnen. SPD-Kandidat Riesenbeck wollte nicht gegen B├╝rgermeister Wiese (CDU) gewinnen und verlor mit fast 48 Prozent der Stimmen. (10) Auch dieses Spiel hat geklappt.

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(11)

Besonders in den Pressemitteilungen der MT wird das Bild des SPD-Fraktionsvorsitzenden immer wieder, wie hier nach einem verschwubbelten Kommentar, verzerrt gezeichnet. Wiederholt wird ihm in Abwesenheit der ÔÇ×gute Geist“ zugeschrieben. Er, so die Suggestion, h├Ątte den Weg der Zukunft ver├Ąndern k├Ânnen. W├Ąre ihm nur die Anwesenheit geg├Ânnt gewesen. In Quarant├Ąne trotz negativen Tests. Ist das eine Kritik? Nein! Das ist ein Armutszeugnis der Lokalpresse. Was n├Ąmlich nicht gesagt wird, ist, dass jedes Mitglied im Verwaltungsausschuss einen Vertreter hat. Wo war der denn? H├Ątte der nicht auch an der Abstimmung teilnehmen k├Ânnen? Richtig aber ist, dass die Suggestionsorgie ein Fake war. Der SPD-Vertreter war anwesend. (12) Vielleicht sollte mal etwas anderes getestet und dar├╝ber ehrlich berichtet werden!

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(13)

Was die Cloppenburger SPD hier von sich gibt, muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Es geht um Ausgrenzung und nicht um Integration. Es geht um Intoleranz und nicht um Toleranz. Es geht um moralische Bewertungen und nicht um Recht. Die menschenverachtende Phobie gegen├╝ber Andersdenkenden ist un├╝berh├Ârbar. Nun bringen sich die Sozialdemokraten auch noch als Bildungsexperten mit fragw├╝rdigem Hintergrund ins Spiel. Das sind diejenigen, die in dieser Wahlperiode das aktuelle Bildungssystem noch nie kritisch hinterfragt haben, so dass es die Leiter der Cloppenburger Schulen nun nicht hoch genug loben k├Ânnen. (14)

Bei alledem zeigen sich die Gr├╝nen erschrocken. Nicht ├╝ber das, was sich die SPD geleistet hat, sondern ├╝ber die Pfingstler, die eine Bekenntnisschule errichten m├Âchten. Wenn aber Pfingstlerpl├Ąne die Gr├╝nen erschrecken, (15) so sollte vielmehr das neu-gr├╝ne Grundsatzprogramm und deren ÔÇ×postmoderne“ Weltanschauung die Pfingstler, aber auch die breite ├ľffentlichkeit, erschrecken. Solange die Gr├╝nen auf Bundesebene gemeinsam mit der Union um die Macht im Staat feixen, desto klarer wird, dass sie weder Friedenspartei noch ├ľkopartei sein wollen. Die Kritik gegen Genmanipulation war gestern! (16) ├ťber genmanipulierende Impfstoffe dagegen wird geschwiegen. Wie werden die Gr├╝nen in Cloppenburg damit fertig, dass genau diese Dinge die demn├Ąchst Bildungsstandards beeinflussen werden, wenn die Anbiederei bei der Union zum Erfolg f├╝hrt und eine Schwarz-Gr├╝ne Bundesregierung ins Leben gerufen wird?

Es stimmt, dass Schulen einen ÔÇ×staatlichen Bildungsauftrag“ (17) zu erf├╝llen haben. Dennoch d├╝rfen religi├Âse Schwerpunkte gesetzt werden. Das ist der Standard in Cloppenburg. Oder wurde in den vergangenen Jahrzehnten jemals die katholisch ├╝bergewichtige die Bekenntnisorientierung der Schulen infrage gestellt? Nein, mitnichten! Und das dahingehend, dass die Einwohner mit katholischen Glauben bei weitem keine Mehrheit mehr darstellen.

Diese Konstellation aber verst├Â├čt gegen kein Gesetzt. Das wird auch nicht ausgehebelt dadurch, dass sowohl die st├Ądtischen als auch privaten Bekenntnisschulen auf biblisch orientierten Grundlagen berufen, die als Originalzitate die Konzeptpapiere f├╝llen. Diese Formulierungsgrundlagen aber als Begr├╝ndung f├╝r eine Art Weltfremdheit ausschlie├člich der Freikirchler dahinzustellen und dem freichristlichen Schulkonzept gleichzeitig radikal bibeltreue Bildungsangebote (18) zu unterstellen, ist schon ein starkes St├╝ck. Den Gr├╝nen t├Ąte ein wenig mehr Ehrlichkeit gut um den Unfrieden in Nah und Fern nicht noch weiter zu sch├╝ren.

Wie nicht anders zu erwarten, haben sich nun auch die Schulleiter der st├Ądtischen Schulen in Diskussion eingemischt. Und das mit politischem Kalk├╝l und sicher nicht ohne Absprache mit Fraktionen im Cloppenburger Stadtrat. Wie die Sozialliberalen, Sozialdemokraten und Unabh├Ąngigen raten auch die Schulleiter von der Errichtung einer freien Bekenntnisschule ab. Sie sehen im Cloppenburger Bildungssektor die Diversit├Ąt, die Vielfalt, in Gefahr. Merkw├╝rdig, wo doch besonders Cloppenburg seit Jahrzehnten von katholischen Bekenntnisschulen gepr├Ągt ist. Aktuell vertreten nur noch 30 Prozent der Sch├╝ler*innen diese Glaubensrichtung. Tendenz fallend!

Somit w├Ąre genau das f├╝r den Cloppenburger Schultr├Ąger ein Grund, weitere Schulen mit vielf├Ąltigen Schwerpunkten anzubieten. Nein, das m├Âchte man nicht mit dem widerspr├╝chlichen Hinweis auf die Diversit├Ąt. Hat sich der Algorithmus dieses Denkansatzes vielleicht aufgeh├Ąngt? Vielleicht steht die Lehrerschaft gerade aus diesem Grund nicht geschlossen hinter den Schulleitern. Sie wird sich letztendlich ├╝berrumpelt f├╝hlen m├╝ssen, bei so viel ÔÇ×Public Relations“. Schon allein deshalb erscheint ein solches Schreiben ├Ąu├čerst fragw├╝rdig.

Die Werte, die man sich in dem vorliegenden Schreiben der Schulleiter als st├Ądtische Bildungseinrichtung vollmundig zubilligt, z.B. die Vermittlung von ethischen, religi├Âsen und kulturellen Werten, sind doch die antizipierten Defizite, die der beantragten Bekenntnisschule unterstellt werden. Woher nehmen diese Schulleiter ihr Wissen? Ob sich sie sich nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt haben? Das aber muss das Dienstrecht kl├Ąren. Kann es sein, dass nicht alle Schulleiter, die dieses Schreiben mit unterst├╝tzen, deshalb namentlich nicht genannt werden wollen, weil all diese Behauptungen zum Thema Diversit├Ąt so brisant ausfallen? Warum gehen die angeblich ausgewiesenen Unterst├╝tzer dieses Schreibens, das sollen nun mal alle Schulleiter in Cloppenburg sein, auf Tauchstation?

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(19)

Dass die Sch├╝lerzahlen stimmen m├╝ssen und die Schulen daran gemessen werden, d├╝rfte mittlerweile klar sein. Aber was wollen die Schulleiter, die sich namentlich nicht trauen, in dem Artikel genannt zu werden? Im Kern ist die Botschaft die Negation dessen, was in dem Scheiben verk├╝ndet wird. Die Kinder, die zuk├╝nftig voranders beschult werden, sind doch nicht erst seit gestern auf einer st├Ądtischen Schule. Hat es denn nicht geklappt mit dem p├Ądagogischen Ansatz der Diversit├Ąt? Wenn ja: Woran und an wem genau liegt das? Sch├Âne Worte ├╝ber Idealzust├Ąnde ersetzen keine Realit├Ąt, mit denen es die st├Ądtischen Konfessionsschulen zu tun haben. Gibt es z.B. aufgrund des Betreuungsbedarf nicht genug Baustellen im Nieders├Ąchsischen Bildungssystem? (20) Besonders wenn P├Ądagogik als m├╝hevolle, aber auch als erfolgreiche Arbeit verkauft wird, sollte sich doch mittlerweile Erfolg  eingestellt haben. Vor allem in Hinsicht der hochgepriesenen Diversit├Ąt. Die aktuell implizierte Unzufriedenheit aber ist kein Hinweis auf einen Integrationserfolg. Gegenseitiger Respekt ist ebenso wenig zu erkennen wie auch die respektvolle Toleranz. Was will uns der Sprecher der Lehrerschaft eigentlich erz├Ąhlen? Was genau ist seine pers├Ânliche Botschaft?

Den federf├╝hrenden Direktions-Akteuren geht es in ihrem Schreiben in erster Linie nicht darum, eine m├Âgliche Erweiterung der Schullandschaft zu verhindern. Es geht um Wahlkampf, um sich als festeingeplante Kandidaten f├╝r die Kommunalwahl 2021 in Stellung zu bringen. Das aufgew├╝hlte, weichgesp├╝lte und schwulstige Eigenlobdieses Schreibens l├Ąsst das Gegenteil von Diversit├Ąt, pure Abschottung, vermuten. Welcher Partei wollen die Initiatoren mit ihren explizit genannten Funktions├Ąmtern eigentlich gefallen? Die aufmerksamen Leser jedenfalls werden gemerkt haben, dass es nicht mehr um Schule an sich geht. In den Mittelpunkt r├╝ckt das werbewirksame Auftreten zuk├╝nftiger Stadtratskandidaten. So soll es sein! Das ist die eigentliche Botschaft. Und das auf dem R├╝cken einer dienstverbindlich guten P├Ądagogik.

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Sie sind selten, die Stimmen aus dem Rat, die Respekt einfordern. Man muss nicht mit den Pfingstlern ├╝bereinstimmen. Aber Politik sollte stets ÔÇ×kritische Distanz“ demonstrieren, die vielen lautstarken Politikern und P├Ądagogen in Cloppenburg fremd ist. Die Vorbildfunktion ist verwirkt. Ein Armutszeugnis!

(21)

Was den Streit um die Christliche Bekenntnisschule angeht, so scheinen die Uhren seit vielen Jahrhunderten stillzustehen! Daher d├╝rfte die Diskussion ├╝ber das F├╝hr und Wider einer Pfingstlerschule in Cloppenburg in den n├Ąchsten Tagen weiter an Sch├Ąrfe zunehmen. Die Kreuzritter des katholisch gepr├Ągten Cloppenburgs werden nicht aufh├Âren, ihre Appelle gegen die evangelikalen Neutestamentler immer und immer wieder durch ihre alttestamentliche Gebetsm├╝hle zu jagen. Vieles, was bereits vor drei Jahren gesagt wurde, wiederholt sich mit gleichem Wortlaut. In allen bereits zerkauten Fassetten.

Im Schatten ihrer Inkarnationsbestrebungen wissen die Moralapostel, Bergprediger und Hobbyp├Ądagogen auf kommunalpolitischer Ebene nur zu genau, wie die Werbetrommeln vor allem f├╝r sich als m├Âgliche Kandidaten der kommenden Wahlperiode 2021 zu bedienen sind. Mit gro├čem Tamtam wird versucht, den alttestamentlichen Blumentopf in altruistischer Manier vor dem alternativlosen Absturz zu bewahren. Unbeirrt nach der Kampfparole: ÔÇ×Den Kn├╝ppel aus dem Sack“ oder ÔÇ×Auge um Auge, Zahn um Zahn“! (22)

Im Dezember 2020, weit vor der Kommunalwahl 2021, wird ein politisches Thema breitgetreten, welches so gar nicht zur vorweihnachtlichen Zeit passen will. Wer auch immer als Sieger aus diesem uns├Ąglichen Streit hervorgeht: Das gro├če Fest der Liebe wird es dann in Cloppenburg wohl nicht geben.

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Quellen:

(01)  MT, Politiker finden keinen Raum f├╝r Pfingstlerschule, 16.08. 2017.

(02)  OV, Mehr Offenheit, Meine Meinung, Lars Chowanietz, 19.08.2017.

(03)  MT, CDU betont F├╝hrungsanspruch in der Region, 05.12.2020.

(04)   https://www.nwzonline.de/cloppenburg/politik/ermke-neuer-buergermeister-fuer-molbergen-witali-bastian-im-amt-vereidigt_a_50,6,1387587731.html

(05)  NWZ, Pfingstlerschule erhitzt Gem├╝ter /Auszug, 24.11.2020.

(06)  MT, Der Mann, der keine Kippen mochte, Portr├Ąt: Alfons L├╝cking/ Auszug, 07.08.2020.

(07) NWZ, Gr├╝ne: Varnhorn macht ÔÇ×schlanken Fu├č“, 26.11.2020.

(08)  https://de.wikipedia.org/wiki/Antifa

(09) MT,SPD:“Varnhorn muss Farbe bekennen“, Genossen fordern Positionierung des CDU-Kandidaten in Debatte um Pfingstlerschule, Nov.2020.

(10) https://www.nwzonline.de/cloppenburg/wiese-kommt-mit-blauem-auge-davon_a_14,7,3434543520.html

(11) MT, Schule gewinnt knapp, 2.12.2020.

(12) MT, Fehler im Bericht, SPD war vollz├Ąhlig im Ausschuss, 3.12.2020.

(13) MT, Pfingstler starten neuen Anlauf/ Auszug, 14.11.2020.

(14) MT, Rektoren gegen Bekenntnisschule, P├Ądagogen richten Appell an Entscheidungstr├Ąger in der Politik /Auszug, 28.11.2020.

(15) MT, Pfingstlerpl├Ąne erschrecken die Gr├╝nen, 15.1.2020.

(16)  https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/gruenen-impulspapier-gentechnik-dafuer-oder-dagegen-a-1203091.html

(17)  vgl. (15).

(18)  vgl. (15).

(19)  vgl. (14)/ Auszug

(20)  MT, Armutszeugnis, Thema: Kultusminister verschlafen Bedarf, Kommentar H├Âffmann, 10.09.2019.

(21) MT, Sozialliberale: Weitere Schule ist nicht notwendig, 23.11.2020.

(22) vgl. (21).

(23)  Exodus 21,23–25.

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