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Leiste-H-01

 

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Bundestagswahl 2025

 

Keule der Vernunft

 

Lange und kurze Gesichter

 

HFB-24-02-25

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Deutschland hat gewählt. Nach vorläufigem Gesamtergebnis hat die Union mit 28,6 % das beste Ergebnis aller Parteien errungen. Auf Platz 2 steht die AfD mit 20,8 %. Derbe Verluste musste die SPD hinnehmen. Ihr Ergebnis von 16,4 % gilt als das niederschwelligste in ihrer Parteigeschichte überhaupt. Die Grünen haben mit geringeren Verlusten als erwartet abgeschnitten. Sie konnten 11,6 % erreichen. Überrascht hat die Linke mit einem relativen Anteil von 8,8 %. Das BSW und die FDP haben den Einzug in den Bundestag mit einem Ergebnis von 4,9 % bzw. 4,2 % nur knapp verfehlt. (01)

 

Nunmehr gibt es 2 frohe Botschaften zu verkünden:

  • Hurra! Die Schwarz-Rote Koalition 2021 ist tot, es lebe die Schwarz-Rote Koalition 2025!
  • Hurra! Wir werden demnächst gegen Russland in den Krieg ziehen!
  • Zur vergangenen Bundestagswahl 2021 war die derzeit amtierende Koalition am Ende. Die Menschen hatten die Nase voll von Merkel und den Umgang mit dem Corona-Virus. Seit 2024 lassen gerichtlich eingeklagte Veröffentlichungen der RKI-Protokolle grüßen. (02) Dennoch: Die Zeit der Widersprüche findet kein Ende!
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Bild: BERGMANN

Vorgeschichte und Reanimierung

Bei der Bundestagswahl 2021 konnte die Union mit 18,9 % ihren Zweitstimmen nur den 2. Platz besetzen. Sieger war die SPD mit 25,7 %. Damals erreichten die Grünen 14,8 % und die FDP 11,7 %. (03) Alle drei Parteien konnten eine stabile Koalition eingehen, die 2024 aufgrund zunehmender Streitigkeiten geplatzt war.. Letztendlich wurden vorgezogene Neuwahlen angesetzt, deren Ergebnis darauf hindeutet, dass nun die Schwarz-Rote Koalition wieder reanimiert werden kann.

 

Kriegsansage

Bekanntermaßen hatte sich der bisherige Kanzlerkandidat der Union und zukünftige Bundeskanzler, Friedrich Merz, dafür stark gemacht, die Ukraine mit Taurus-Raketen beliefern zu wollen. In dasselbe Horn stieß der deutsche Verteidigungsminister der Ukraine Boris Bistorius (SPD), wodurch es ihm gelang, den amtierenden Bundeskanzler Olaf Schulz (SPD) in den Schatten zu stellen. Pistorius wurde zum beliebtesten Politiker Deutschlands (04) und als möglicher Nachfolger des Scholzomaten gehandelt. (05)

 

Mit dem Segen der Kirche

Somit wäre die Lieferung der Taurus an die Ukraine mehrheitlich abgesichert. Mit im Boot die deutsche Bischofskonferenz. (06) Somit auch die Kriegsansage an Moskau, denn die können das dortige Regierungsviertel binnen 5 Minuten erreichen. (07) Dass die Russische Föderation dann zu einem atomaren Gegenschlag ausholen wird, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. (08) “Die Ukraine muss den Krieg gewinnen”. (09) Also: Hurra, Hurra!

 

Relativ und absolut: Der Unterschied ist gewaltig

Die Wahlbeteiligung betrug laut Spiegel-Online 82,5 %. (10) Folglich liegt die Nichtwählerrelation bei 17,5 %. Zusammen mit den ungültigen Stimmen, deren Anteil noch nicht veröffentlicht ist, dürfte der Anteil der Stimmen, die zunächst nicht in das Wahlergebnis eingeflossen sind, mit 19 % angenommen werden. Um die realen Wähleranteile des Bundestagsergebnisses darzustellen, müssen die 19 Prozentpunkte von den relativen Einzelergebnissen der Parteien abgezogen werden. Im zweiten Schritt sind alle relativen Anteile mit einzubeziehen, die aufgrund des Scheiterns an der Fünfprozent-Hürde nicht im Bundestag vertreten sind. Das Betrifft das BSW, die FDP und die „Sonstigen“ mit insgesamt 11,1 % der bereits bereinigten Werte. Somit ergeben sich folgende Relativzahlen, die sich gewaltig von denen des amtlichen Ergebnisses unterscheiden:

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CDU                    23,2%            20,6 %

AfD                     16,6 %            14,8 %

SPD                     13,3 %            11,8 %

Grüne                   09,4 %            08,4 %

Linke                    07,1 %            06,3 %

FDP                     03,4 %            03,0 %

BSW                    04,0 %            03,6 %

Sonstige                 03,7 %            03,3 %

Nicht im BT vertretene Wähler:  00,0 %            11,1 %

Nichtwähler +ungültige St.     19,0 %            16,8 %

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Möge das amtliche Endergebnis ein wenig abweichend sein, das Analyseprinzip bliebe dasselbe!

 

16.516.800 bleiben außen vor

Somit haben 27,9 % aller Wähler der letztendlich gültigen Zusammensetzung des neuen Bundestags nicht zugestimmt. Sie bilden die größte Fraktion außerhalb des parlamentarischen Bereichs. Wie man nun leicht erkennen kann, täuschen relative Zahlen – also die des amtlichen Wahlergebnisses mit 100 % - eine Verteilung vor, die ausschließlich relativ zu betrachten ist, wobei nicht gerade wenige Voten der Wähler unter den Teppich gekehrt werden.

Die Werte – das zeigt letztendlich die zweite Spalte rechts – entsprechen der realistischen Verteilung, die alle (!) Wahlberechtigten berücksichtigt. Die amtlichen Wahlergebnisse, die sich in ihrer Summe zu 100 % formieren, erwecken stets den Eindruck, dass alle (!) Wahlberechtigten in der Fassung des amtlichen Wahlergebnisses einbezogen sind. Das aber ist nicht der Fall. Nichtwähler, Wähler mit ungültigen Stimmen und diejenigen, die für Parteien gestimmt haben, die im Parlament nicht vertreten sein werden, sind im amtlichen Ergebnis nicht erfasst. Wenn demnach 59,2 Millionen deutsche Bürger wahlberechtigt sind, (11) so bleiben im dargestellten Zusammenhang 16.516.800 (27,9 %) wahlberechtigte Bürger außen vor! Das sollte zu denken geben.

 

Heimat

Nach offiziellen Angaben wurde die CDU im Oldenburger Münsterland mit 31,9 % zur stärksten Partei. Dicht hinter ihr die AfD mit 25,5 %, gefolgt von der SPD mit nur 16 %. Die Linke konnte mit 7,2 % Punkten, während FDP und BSW mit 4,6 % bzw. 3,9 % unter 5-Prozenthürde blieben. Die stärksten Stimmenverluste musste die SPD mit 9,8 % verbuchen. Die stärksten Zugewinne mit 14,2 % waren für die AfD reserviert. (12)

Die Botschaften sind demnach wiederum eindeutig:

  • Hurra: Die CDU bleibt trotz 0,7-prozentiger Einbuße weiterhin stärkste Kraft im OM.
  • Hurra: Die AfD gilt mit ihrem 14,2 prozentigem Wachstum weiterhin als aussichtsreichste Erlöserin für den stetig wachsenden Kreis aller politisch Unzufriedenen.

 

Bildungsfernes Wording mit pubertärem Gehabe

Sowohl für das Oldenburger Münsterland wie auch für das Land Niedersachsen und den Bund zeigt sich, dass sich zunehmend Widerstand gegen die etablierte Politik formiert. Brandmauer hin, Brandmauer her: Man wird die politischen Programme und Schulterschlüsse nicht ewig gegen diese ausrichten können. Demokratische Prozesse sind darauf ausgerichtet, für etwas und nicht gegen etwas einzutreten. Da hilft auch nicht verklausulierendes Neusprech, denn das hat sich mittlerweile so inflationiert, so dass es in der Öffentlichkeit schon lange nicht mehr ankommt. Staatliche geförderte Medien haben mittlerweile ihre Meinungshoheit verloren. Inzwischen werden Informationsquellen überwiegend auf Online-Plattformen bedient. Diese außerhalb des Rahmens von Online-Plattformen von Tageszeitungen oder Fernsehsendern vorwiegend als Quellen von Fake-News zu bezeichnen, ist durch das Mittel der Verallgemeinerung nicht mehr tragfähig. Diese Art von Informationskrieg kommt in der Öffentlichkeit immer weniger gut an.

Anstelle von Verboten sollte die Politik auf mehr Überzeugungsarbeit setzten. Auch daran sollte sich die Politik in aller Besonnenheit messen lassen. Wenn aber wieder von „Verächtern der europäischen Demokratien“, von „Immunität gegen die Nazi-Ideologie“, (13) von „Verschwörungsideologen und Demokratieverächtern“ von „Rassismus, Antisemitismus, Homophobie & Co.“, vom „Notorischen Lügner“, von „Rechtsstaat ab[zu]schaffen“ oder von „Revolution gegen Staat und Bevölkerung“ (14) die Rede ist, bleibt diesem bildungsfernen Wording mit pubertärem Gehabe nur gute Besserung zu wünschen. Mit einer solch konfrontierenden Art wird nichts gewonnen. Auch dann nicht, wenn man womöglich geschäftlich damit gefallen will. Sieht so etwa Überzeugungsarbeit aus? Nein. So etwas macht alles nur noch schlimmer.

 

Die Keule der Vernunft

Das Ergebnis der Bundestagswahl steht fest. Als nächstes werden Koalitionsverhandlungen folgen. Die Geschichte hat es gezeigt: Wer sich hierbei billig verkauft, ist weg vom Fenster. Ob Koalitionsverhandlungen dieser Maxime überhaupt folgen, bleibt abzuwarten. Zumindest wäre mehr Weitblick erforderlich, als es manche Bundestagsbewerber während der Podiumsdiskussion der OM-Medien von sich gegeben haben. (15)

Bleibt zu hoffen, dass mehr Vernunft in die Politik einkehrt. Ansonsten wird die Hoffnung diese mit einer hart deformierenden Keule einfordern. Erst danach dürfte wieder Ruhe einkehren. Wenn überhaupt!

 

Quellen

QU-D-h-g