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12.01.2026
Harte Kritik an Plänen für 11. Klasse
In Niedersachsen soll demnächst ein überarbeitetes Schulgesetz in Kraft treten. (01) Als markante Schwerpunkte gelten „Mehr Demokratie an Schulen“ und „Mehr Freiräume an Schulen“. Für die der gymnasialen Oberstufe soll Letzteres im Schulgesetz verankert werden. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern eine individuelle Profilbildung zu ermöglichen. (02)
Im heutigen Artikel der Münsterländischen Tageszeitung wird allerdings der 11. Jahrgang der gymnasialen Oberstufe – nach einer Vorlage der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) - in den Mittelpunkt gestellt, was natürlich ein Framing der besonderen Art ist. Dass es erhebliche Folgen für den 12. und 13. Jahrgang der Oberstufe nach sich zieht, wird ausgeblendet. Somit darf es als Binsenweisheit gelten, dass „(…) die Reformvorschläge der Kultusministerin für die Klassen 12 und 13 (…) weitgehend unstrittig [sind]“.
Welch eine billige Schlussfolgerung will der Artikel den Lesern eigentlich noch verkaufen! Vielleicht auch die, dass der neu konzipierte Abiturabschluss nur deshalb einen Qualitätssprung, weil sich die Zahlen noch immer weiter steigern lassen. Hurra: „Die Zahl der Jugendlichen, die ihre Schulzeit mit dem Abitur abschließen, hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen“. Die Zahl lässt sich noch weiter steigern, weil (…) „besonders anspruchsvolle Fächer (…) tendenziell weniger angewählt [werden]“, wie es beispielsweise die Altphilologen anmerken. Und es sollte klar werden, dass das Fächerangebot in der Oberstufe gewährleistet sein muss, welches aber durch einseitige Wahl der Schüler ad absurdum geführt wird. Es sei denn, die hochgepriesene Wahlfreiheit der Fächer wird je nach Bedarf abgeschaltet. Denn; „die versprochene Wahlfreiheit bestünde nur formal“, kritisiert Altphilologe Löhr, wobei die Kooperation zwischen den Schulen wiederum mehr gefragt werde. „Bis zu 30 Kilometer weit könnten Schüler dann für einzelne Kurse fahren müssen“, merkt der Philologenverband an.
Und die Universitäten? Die verfahren ähnlich mit derselben Strategie. Hurra, wir sind mal wieder überlaufen. „Zugleich sinkt die Zahl der zulassungsbeschränkten Studiengänge an deutschen Hochschulen“. (03) Und der Arbeitsmarkt? Der guckt in die Röhre, „(…) weil viele Realschüler oder Abiturienten, die einst eine solide Ausbildung machten, heute die Uni vorziehen. Dabei erweist sich das für ein Viertel von ihnen als Fehleinschätzung ihrer Interessen oder Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. Sie werden das Studium [zwar] hinschmeißen“, (04) aber im Rahmen der hochquotierten Masse das statistische Defizit nur marginal bedienen können.
Bevor auf weitere Punkte des heutigen Artikels eingegangen wird, (05) sind zum Verständnis die Hintergründe zu erörtern, die die geplante Bildungsreform in mancher Hinsicht als politischen Bildungsaktionismus – demnach als keine echte Reform des krisengebeutelten Bildungssystems - entlarven. Das massive Problem, dass dem Bildungssystem oft keine politischen Vorbilder vorangestellt sind, (06) spielt bei der dystopischen Transformation des Bildungssystems mittelbar eine nicht gerade unbedeutende Rolle, welches nunmehr elementarste Grundfertigkeiten - u.a. zugunsten der Digitalisierung - unwidersprochen ausblendet. Aus Platzgründen kann hier nicht weiter auf die psychosozialen Auswirkungen des wachsenden Verfalls der Glaubwürdigkeit eingegangen werden.
Es bleibt immer noch politisch unbestritten, dass mit dem Thema Bildung nicht nur niedersächsische Landtagswahlen gewonnen, sondern auch haushoch verloren werden können. Tingelte noch vor vielen Jahren die Ministerin oder der Minister für Bildung höchstpersönlich im Land herum und stellte sich den oft äußerst kritischen Anfragen der Öffentlichkeit, so bleibt dieser demokratische Prozess heute aus. Der Bürger ist aufgrund seiner kritischen Anmerkungen mehr und mehr zum Feindbild der Politik geworden. Somit heißt es aus diesem engeren Zirkel nicht ganz unerwartet: „Nichtsdestoweniger leben wir in einer von Fake News geprägten Epoche.“
Die Bildungspolitik erfährt entkoppelt von der Realität ein Eigenleben besonders dann, wenn die Zustimmungswerte rapide sinken und die zukünftig mögliche Regierungsbeteiligung den Bach runter zu gehen droht. Im konkreten Fall sind die niedersächsische SPD mit einem möglichen Stimmenverlust von 7,4 Prozent und die GRÜNEN mit einem von 2,5 Prozent zu erwähnen. (07) Das im Vergleich zur Landtagswahl 2022. SPD und Grüne in Niedersachsen bilden aktuell die Regierungskoalition. Der Überlebenstrieb bringt es mit sich, dass man sich rechtzeitig in Stellung bringt und sich ein neues Wählerpotenzial sucht, indem man es mit Vergünstigungen anfüttert. Mit der geplanten Schulreform in Niedersachsen werden gleich mehrere Potenziale bedient, von denen eines die 16- und 17-jährigen stellen. Zwar gilt das aktive Wahlrecht für den Niedersächsischen Landtag erst ab dem 18. Lebensjahr, aber bei Kommunalwahlen ist es bereits ab einem Alter von 16 Jahren möglich. (08) Letzteres kann auch mittelbare Folgen für Landtagswahlen mit sich bringen. Zumindest rechnet man damit.
Wenn also die niedersächsische Kommunalwahl im September 2026 und die Landtagswahl im Jahr 2027 stattfindet, so kann zumindest ein großer Teil der heute 17-Jährigen an der Landtagswahl 2027 aktiv teilnehmen. Da heute wie früher die gymnasiale Oberstufe für einen erhöhten Anteil aller Schüler der pure Stress bedeutet, (09) sind Erleichterungen im Anforderungsbereich hoch willkommen. Zum Leidwesen der Unternehmer, der Schulen und Industriebetriebe. (10) „Das deutsche Bildungssystem steckt seit Jahrzehnten in der Krise- doch echte Reformen bleiben aus“, heißt es aus der Wirtschaft. (11) „Deutschland hat bei PISA 2022 noch schlechter abgeschnitten als im Jahr 2000. In Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften wurden „die niedrigsten Werte (ermittelt), die jemals im Rahmen von PISA gemessen wurden“, so die OECD. (12)
Dass die politischen Protagonisten von SPD und Grünen der schulgesetzlichen Neuauflage viel Positives abgewinnen, ist verständlich. Dass die Oppositionspartei CDU aus wahltaktischen Gründen vieles kritisieren muss, auch. Die Meinung der mit 11 Prozent vertretenen AfD bleibt ausgeblendet. Damit erweist der Autor des Artikels der politische gehypten Brandmauer mal wieder einen Bärendienst. Die Leser müssen sich nun fragen, ob diese Partei wirklich keine Meinung hat oder ob nicht auch der AfD die übliche Rolle der viel beschworene Brandmauer zugedacht wird, die perfide in der Gesetzesnovelle mitschwingt. Warum wohl wird besonders „Mehr Demokratie an Schulen“ als markanter Schwerpunkt an erster Stelle genannt? Die Panik der Altparteien kann nicht offensichtlicher sein.
Aber egal: Entscheidend ist, ob die kritischen Stimmen von CDU, Verbänden und Schulleiter wirklich auf „Echte Reformen“ im Bildungswesen hinweisen oder ob es vorwiegend um ein politisches Prozedere geht, die die Bildungsmisere in erster Linie nur verschleiern.
„Insgesamt müssen Elftklässler 30 Wochenstunden belegen, das wird auch nach der Reform so sein. Aber: Davon will das Kultusministerium zukünftig nur noch 14 vorschreiben (…) Im Pflichtbereich müssen alle Schüler insgesamt 14 Wochenstunden Mathematik, Deutsch, eine Fremdsprache, Sport und Religion oder Werte und Normen oder Philosophie belegen. Eine [1] verpflichtende Wochenstunde dient der beruflichen Orientierung“, heißt es. Auf den Punkt gebracht bedeutet das, dass die Elftklässler genau das wählen, was ihnen ihrer Meinung nach besonders liegt und demnach grundlegende Lerninhalte des Allgemeinwissens durch geringere Lernzeiten regelrecht ausgedünnt werden. Markant ist die Abwahl einer zweiten Fremdsprache, die erst gar nicht gewählt werden muss. Die ausformulierte Kritik lautet: „Die Fremdsprachen sind in dem Entwurfspapier ganz klar degradiert worden.“ Diese Ausdünnung zieht sich bis zum Abitur und lässt noch mehr jungen Erwachsenen die Chance, ihren Bildungsabschluss mit einem Abiturzeugnis zu versiegeln. Einhergehend mit einem erweiterten Numerus Clausus, der die Zulassung zu bestimmten Studiengängen arg beschränkt, weil sich zu viele Bewerber um nur wenige Studienplätze buhlen. Das trifft nicht alleine auf das Studienfach Medizin zu (13) Das Abitur war eigentlich als „allgemeine Hochschulzugangsberechtigung“ gedacht. Doch diese Zeiten sind schon lange vorbei. Heute wird ausschließlich von „Hochschulzugangsberechtigung“ gesprochen. Also: Wer findet den Fehler im System?
So ist es auch kein Wunder, dass die „Union [die] Schwächung der Gymnasien [sieht]“. Bildungspolitiker Fühner (CDU) fügt an: „Änderungen zur Einführungsphase gefährden zentrale Qualitätsstandards, schränken die Fächerwahl massiv ein und schwächen das Profil unserer Gymnasien erheblich.“ Was allerdings die „zentralen Qualitätsmerkmale“ des Gymnasiums sind, wird in dem vorliegenden Artikel erst gar nicht behandelt. Diese gibt es zwar in unmissverständlicher Fassung, (14) doch diese unterliegen aufgrund der föderalen Struktur und der Tendenz, gigantische Abiturquoten als Qualitätsmerkmal zu verkaufen, mehr und mehr unterschiedlichen Auffassungen, hin zu beliebigen Auslegungen, welche letztendlich als bildungspolitisches Erfolgsmerkmale zu gelten haben.
„Auch der Politikunterricht wäre nach den Plänen für Schüler der Klasse 11 in Niedersachsen nicht mehr verpflichtend“, kritisiert der nordrheinfestfälische (!) Vorsitzende des Philologenverbandes Christoph Rabbow. „Politische Bildung werde schließlich auch in anderen Fächern wie dem Erdkundeunterricht vermittelt“, kontert darauf die Kultusministerin.
Doch der ist die Kritik anscheinend nicht genehm, denn „etwa 8500 Menschen haben die Petition [gegen die geplante Reform] bislang unterschrieben!“ Willie Hamburg wiegelt also ab: „Ich möchte betonen: Es handelt sich hierbei um Eckpunkte“. Es werde ein „Beteiligungsprozess“ folgen und es erde noch ‚ausreichend Gelegenheit‘ geben, Dinge abzuwägen. Das ist eine Ansage ohne Kampfgeist und zudem zutiefst unglaubwürdig. Das Parlament arbeitet schließlich nicht unter der Prämisse von ausgewogenen Qualitätsmerkmalen, sondern unter der von interessenorientierten Stimmenmehrheiten, die der öffentlichen Meinung nicht selten widersprechen.
Am Ende beleibt anzumerken, dass das Problem der akuten Bildungskrise in Deutschland bei der soeben aufgeführten und bewerteten Diskussion überhaupt kein Thema war. Mit der geplanten Änderung des niedersächsischen Schulgesetzes wird der tote Gaul, auf dem man weiterreiten will, nicht wieder lebendig. Somit bleibt die Frage, warum das Abitur im deutschen Bildungswesen so gehypt wird.
Es gilt, aber das nur noch eingeschränkt und entwertend: Wer das Abitur hat, kann studieren und später einen gut bezahlten Job finden. Vielleicht sogar mit angenehmen Work-Life–Balance-Profil, dem illusionären Markenzeichen der heutigen Zeit. Ob das überhaupt möglich ist, bleibt egal. Zumindest hat man mit Abitur besserer Chancen darauf. Das wiederum weist auf das desolate Verteilungsproblem hin, welches immer weiter um sich greift. „Während in Deutschland seit Beginn der vergangenen Dekade der Lohnanstieg deutlich hinter dem Anstieg der Wirtschaftsleistung zurückgeblieben ist“, (15) heißt es im Wirtschaftsdienst. Um aus diesem Kreisklauf zu entkommen, sind höher bezahlte Jobs auf der Wunschliste der Eltern und ihrer Kinder. Und die frühr Wunschtüte heißt „Abitur“.
Eigentlich wäre das Problem leicht gelöst. Es könnte heißen: Bezahlt z. B. alle Handwerker wie die niedersächsischen Landtagsabgeordneten. Lasst sie wie diese selbst über ihre Gehälter und Pensionen bestimmen und die Gymnasien könnten sofort schließen. Was hier überspitzt klingt, ist dem politischen Hinweis geschuldet, endlich ausgewogene Löhne zu gewährleisten. (16) Mit der SPD-Agenda 2010 wurde ein europaweiter Niedriglohnsektor geschaffen, (17) dessen symptomatische Ausläufer nun das Bildungswesen verwässern. Mit der Masse von jungen Menschen, die vielerorts ihre handwerkliche Begabung schätzen, die aber aufgrund der zu erwartenden, schlechten Löhne zur extremer Kopflastigkeit gezwungen werden. Von den Elternhäusern, von der Politik, von der Werbeindustrie der Großindustrie und ihren Margen. Es wird Zeit, endlich die Ursachen zu erfassen und nicht die Symptome zu bekämpfen.
(01) https://www.nwzonline.de/niedersachsen/neues-schulgesetz-in-niedersachsen-mehr-freiheiten-und-staerkung-der-schueler-mitbestimmung_a_4,2,2609066570.html
(02) https://www.stk.niedersachsen.de/startseite/presseinformationen/landesregierung-gibt-umfassende-reform-des-niedersachsischen-schulgesetzes-in-die-verbandsbeteiligung-mehr-freiraume-wahlmoglichkeiten-und-gelebte-demokratie-fur-schulen-245475.html
(03) https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/schulabschluss-mehr-abiturienten-100.html
(04) https://www.focus.de/finanzen/karriere/personal-kannibalismus-droht-warum-deutschland-an-der-realitaet-vorbei-ausbildet_id_111450632.html
(05) MT, Harte Kritik an Plänen für 11. Klasse, 12.01.2026.
(06) https://www.bild.de/politik/kolumnen/kolumne/kommentar-politiker-ohne-ausbildung-und-ohne-ahnung-bitte-nicht-81895328.bild.html
(07) https://dawum.de/Niedersachsen/
(08) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1102383/umfrage/altersgrenzen-bei-wahlen-in-deutschland-nach-bundeslaendern/
(09) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1102383/umfrage/altersgrenzen-bei-wahlen-in-deutschland-nach-bundeslaendern/
(10) https://youtu.be/Al1I5Kw1ZyA?si=aDhw7bCoil49AZZm
(11) Koalitionsvertrag: Bildung kommt zu トGednsモ ヨ MAKROSKOP
(12) PISA 2022 Results (Volume I and II) - Country Notes: Germany | OECD
(13) https://www.hochschulkompass.de/studium/studiengangsuche/erweiterte-studiengangsuche/search/1/studtyp/3/pn/1.html?tx_szhrksearch_pi1%5Bzubesch%5D=A
(14) https://www.pedocs.de/volltexte/2010/3104/pdf/MatBild_Bd10_D_A.pdf
(15) https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2013/heft/2/beitrag/ungleiche-einkommensverteilung-bremst-wachstum.html
(16) https://www.globalcompact.de/themen/social/existenzsichernde-loehne
(17) https://www.ifo.de/sites/default/files/docbase/docs/ifosd_2009_17_2.pdf
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05.01.2026
Cloppenburger haben ihre Wünsche
Soeben sind die Weihnachtstage vorbei und die Cloppenburger haben immer noch Wünsche. Das aber ist verständlich: Denn auch diesmal hat der Bürgermeister Neidhard Varnhorn mal wieder nicht den Weihnachtsmann gespielt. Im heutigen Artikel zielen die Fragen der Münsterländischen Tageszeitungen vielmehr auf „Erwartungen an die Entwicklung der Stadt“. Der Vorspann des Artikels befasst sich währenddessen mit den Binsenweisheiten von „persönlichen Vorsätzen“, wie z.B. „bewussteren Lebensstil mit weniger Alkohol, Zucker oder Zigaretten,“ nunmehr „regelmäßig Sport [zu] treiben“, „weniger Handy, mehr Lesen“, mehr „Aufenthalte an der frischen Luft“. „mehr Zeit mit Familie und Freunden“ zu verbringen sowie „zu Hause auszumisten und aufzuräumen“. (01)
In der Sparte von „Persönlichen Vorsätzen“ gibt es also nicht wirklich Neues. Gerade deshalb nicht, weil nicht gefragt wurde, über wie viele Jahre diese Vorsätze bereits Bestand haben und warum es nun – im Jahr 2026 - endlich damit klappen soll! Sind nicht Alkohol, Zucker, Zigaretten und Handy die unangefochtenen Umsatzbringer überhaupt? In einer Zeit, in der die Profite mehr zählen als das Wohl der Menschen? Verschwiegen das Problem des ungesunden Ernährung im Dauerstress zwischen Wünschen und Alltag mit all den Sorgen, die nunmehr für immer mehr Menschen bedrohliche Züge annehmen. Wobei die Medien diese geflissentlich aussparen, um nicht die vielen moralisierenden Widersprüche offenbaren zu müssen. Einerseits wird die Eröffnung einer McDonald’s-Filiale mit nunmehr zwei McDrive-Schaltern im Doppelspur-Pack von Politik und Lokalpresse ekstatisch gefeiert, (02) andererseits heißt es in einer Werbeanzeige der Münsterländischen Tageszeitung: „Hilfe, ich werde meinen Blähbauch nicht los!“ (03) Dass zudem die McDonald‘s Bratwurst für viele motorisch stillgelegte Autokunden zu Beginn des Jahres 2026 noch teurer wird, dürfte der zusätzlichen CO2-Besteuerung geschuldet sein. (04) Einer Besteuerung, die bei dieser Verkaufsstrategie besser geeignet wäre, um den am finanziellen Limit arbeitenden Krankenkassen zusätzliche Einnahmen zu verschaffen. (05)
Zu den persönlichen Vorsätzen nennt der MT-Artikel das Ziel, „Geld zu sparen“. Ja, richtig, das sollte zumindest jeder Haushalt ins Auge fassen. Wenn aber nichts mehr zur Sparen übrig bleibt, weil viele private Haushalte „(…) einfach kein Geld [mehr haben]“, was dann? Bei dieser Betrachtung „muss [man] zwischen unterschiedlichen Einkommensgruppen unterscheiden. Die ärmere Hälfte der Bevölkerung hat praktisch keine finanziellen Spielräume, um zu sparen (…) Die reichere Hälfte der Bevölkerung hat oft Spielräume, hält sich aber derzeit trotzdem mit dem Konsum zurück.“ (06) Sparen mit Vorsatz als vorbildliches Ideal? Für die Bürger schon. Aber nur dann, wenn es möglich ist.
Ein Ideal für den Staat? Nein Danke! Die “Schwarze Null” ist tot! Dafür mindestens 25 Milliarden für die Ukraine. Dann: bitte Ja! Zwischen dem 24.01.2022 und dem 31.08.25! Unterm Strich aber noch mehr. Möglicherweise mit deutscher Haftung für die gesamte EU in Höhe von mindestens 175 Milliarden Euro. (07) Nunmehr 90 Milliarden oben drauf. Mit einer abenteuerlichen Vorgeschichte, (08) die weitere Milliarden verschlungen hat. Sodann aber mit dem Risiko, dass der Trumpsche Frieden ausbricht. Dann wäre alles in den Sand gesetzt. Dass es hierbei ausschließlich um Demokratie und Menschenrechte gehen soll, ist bei diesen Beträgen kaum vorstellbar. Vermögensverwalter- wie z.B. BlackRock - sind zumindest keine Wohltätigkeits-Institutionen. (09) CDU-Bundeskanzler Merz wird genau das bestätigen können. Wenn denn eine einfache Antwort auf diese Sachverhalte nicht zu komplex wäre. (10) Zusätzlich mit dem “komplexen” Hinweis, dass am Ende die Steuerzahler für alles geradestehen müssen! (11)
Was aber die Befragten dazu treibt, unter all diesen wirtschaftlich desolaten Bedingungen, das Lebendige der [Cloppenburger Innenstadt] als den dominierenden Wunsch an sich zu betrachten, erschließt sich dem Leser dieses Artikels keinesfalls. Konkret heißt es: „Viele hoffen [darauf], dass möglichst viele Läden erhalten bleiben, [dass] ein paar neue Unternehmen hinzukommen [und auf eine] starke lokale Wirtschaft, die unterstützt und gefördert wird“. Auch wenn von Hoffnung die Rede ist, so scheint es vielen nur bedingt klar zu sein, dass sich die deutsche Wirtschaft in der schwersten Rezession seit 1945 befindet. „Drei Jahre ohne wirtschaftliches Wachstum: Das hat Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg nicht erlebt. (…) Angesichts des auf bescheidene 0,5 Prozent gesunkenen Wachstumspotenzials sei keine baldige Besserung in Sicht“, prophezeit das Handelsblatt. (12) Den Organisatoren der Umfrage scheint folglich auch nicht bekannt zu sein, dass die Binnenkonjunktur nicht davon lebt, weitere Steuern – wie z.B. die CO2 Steuer zur Reduzierung der Energiekosten für Großkonzerne - zu schultern. (13)
Wenn die nötige Kaufkraft der Cloppenburger Bürger so gut wie abgewürgt ist, wie sollen dann „möglichst viele Läden erhalten bleiben“ oder „noch ein paar neue Unternehmen hinzukommen“ und die „lokalen Wirtschaftsbetriebe“ stark sein, ohne sie unterstützen und fördern zu müssen? Woher soll das Geld für Letzteres kommen? Umfrage und ihre Antworten können daher nur von einem anderen Stern sein. Unter den genannten Umständen, dass den Konsumenten nur noch 47 Cent von 1 Euro bleiben, (14) hat sich die Umfrage disqualifiziert. Sie ist nicht repräsentativ und ist auf dem Niveau des „Hören-Sagens“ einzustufen. Natürlich ist ein gewisser Unterhaltungswert nicht abzustreiten, wobei sich aber der wirklich interessierte Leser nur noch verhöhnt fühlen muss.
Wenn also gefordert wird, Freizeitaktivitäten und Treffpunkte für junge Menschen und Familien aus öffentlicher Hand sowie „Saubere und sichere Plätze [und] weitere Grünflächen“ zu schaffen, dann muss die lokale Wirtschaft funktionieren. Das kann nur dann geschehen, wenn die durch angemessene Löhne kreierten Abgaben so hoch sein werden, dass diese Wünsche im ausreichenden Maße auch realisierbar sind. Wenn aber auch schon Wohnraum nicht mehr erschwinglich ist, welcher Betrieb kann dann noch hinreichend an dem privaten Konsum verdienen?
Und immer noch wird behauptet, der „Wohlstand wächst trotz schrumpfender Wirtschaft“! (15) Das ist nur richtig, wenn die zugrunde gelegte Statistik auf dieses Ergebnis hin ausgelegt ist, indem die Ungleichheit der Vermögens- und Einkommensverteilung – wie auch bei der Ermittlung der Inflationsrate - unter den Tisch gekehrt wird. (16)
Wer also den Lokalteil der Tageszeitung aufschlägt, kann fast jeden Tag von einer schönen, heilen Welt erfahren. Von einer Welt, die zwar ihre gelegentlichen Schrammen zeigt, aber dennoch fast wie aus der Waschanlage daherkommt. Von einer Stadt, in der sich leben lässt. In den Händen vieler gleichgesinnter Heiliger, die jeden Bürger vor den Bösen schützen. Letztere gehören zu der Gruppe, die - wie einige der Cloppenburger Unternehmer - auch mal anderer Meinung ist.
Wie genau das alles ausgeht, bleibt solange unklar, bis schließlich die „Neue (…) noch nicht gegründet[e] [GmbH (…) Echt Cloppenburg]“ ihre Arbeit aufnimmt. „Sie soll‘s nun richten“, (17) Cloppenburg zu eine der blühendsten Landschaften zu machen, wobei keine Wünsche - womöglich auch der auf bezahlbare Lebensmittelpreise etc. - offen bleiben. (18)
(01) https://www.om-online.de/om/das-wuenschen-sich-die-cloppenburger-fuer-das-jahr-2026-861421
(02) Auf McDonaldメs sollen die n¦chsten Betriebe in Lninger Gewerbegebiet folgen - OM online
(03) MT, „KIJIMEA“, 05.01.2025, Lokales, S.1.
(04) https://www1.wdr.de/nachrichten/tankstelle-benzin-diesel-preis-steigerung-co2-abgabe-100.html (05) https://pressemitteilungen.pr.uni-halle.de/index.php?modus=pmanzeige&pm_id=2452
(06) https://www.focus.de/finanzen/kein-sparkurs-moeglich-viele-deutsche-haben-kein-geld-mehr_b634518f-ab40-4b38-82fd-3587bb156686.html
(07) https://de.statista.com/infografik/27275/ruestungs-und-waffenhilfezusagen-von-regierungen-an-die-ukraine/
(08) https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-ukraine-finanzierung-einigung-100.html
(09) https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-07-05/blackrock-halted-ukraine-fund-talks-after-trump-s-election-win
(10) https://www.tagesspiegel.de/politik/es-ist-ausserordentlich-komplex-wadephul-nimmt-merz-nach-dessen-reaktion-auf-us-angriff-in-venezuela-in-schutz-15102851.html
(11) https://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/konjunktur-bundesrepublik-vor-laengster-rezession-der-geschichte/100087951.html
(12) Deutschland und Co. überweisen Ukraine weitere Milliarden: „Rückzahlung in kaum einem Szenario“
(13) https://eta-energieberatung.de/entlastung_bei_der_co2-abgabe/
(14) https://www.youtube.com/watch?v=_Wi220gafQ8
(15) https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/studie-wohlstand-waechst-trotz-schrumpfender-wirtschaft,V4WOqtI
(16) https://www.bpb.de/themen/wirtschaft/wirtschaftspolitik/556709/wieso-ist-das-vermoegen-in-deutschland-so-ungleich-verteilt/
(17) https://www.nwzonline.de/cloppenburg-kreis/neue-marketing-gesellschaft-echt-cloppenburg-gmbh-solls-nun-richten_a_4,1,3006773692.html
(18) Deutschland: Konzernmonopole treiben Lebensmittelpreise hoch – infosperber
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